Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Er hat das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren. […]

So beginnt Absatz vier des § 158 FamFG (Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit). Bekannt ist der Verfahrensbeistand als sogenannter „Anwalt des Kindes“, so ist es auch nicht verwunderlich, dass eine solche Aufgabe oft durch Anwälte ausgeübt wird. Ich halte Sozialpädagogen und Sozialarbeiter als geeigneter, da es hierbei nicht nur um rechtliche Interessen, sondern auch um den Kindeswunsch und Kindeswillen geht. Diesem Gehör zu verschaffen und auch den Familien nahe zu bringen, sehe ich als meine Aufgabe an. Anhand meiner Erfahrungen, Fortbildungen und Kenntnisse kann ich hierbei nicht nur dem Gericht berichten, wie es im Gesetz verlangt wird, sondern ich bin auch in der Lage in Elterngesprächen, in Kontakten mit dem Gericht und den Rechtsvertretern, sinnvolle Vorschläge zu unterbreiten, welche den Familien die Möglichkeit bietet ihre Situation zu verbessern. Gerade meine vielfältigen Erfahrungen aus der Jugendhilfe und der Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII kommen mir hierbei zu gute. Eine Vertretung des Kindes ohne Beteiligung des Familiensystems und des sozialen Umfeldes erachte ich als nicht sinnvoll. Auch hier verbinde ich die Tätigkeit, wenn sinnvoll, gewünscht und hilfreich, mit der tiergestützten Pädagogik. Dies macht einen Beziehungsaufbau leichter. Und gerade bei Kindern habe ich die Erfahrung gemacht, dass der eingesetzte Verfahrensbeistand dann ganz anders durch die Kinder, Jugendlichen und Familien betrachtet wird. Und dies ermöglicht den Beteiligten sich leichter zu öffnen, zum Teil sogar dem Hund ein Geheimnis anzuvertrauen.